[Kontakt] [Impressum] [Datenschutz]
    
[ 1 | 2 | 3 | 4 | 5 ]
01.12.11
Stiftung bringt E-Werk in Schwung
Das Elektrizitäts-Werk soll wieder Strom liefern. Das würde das geplante Energie-Effizienz-Zentrum des Ingenieurbüros Integral in dem Baudenkmal perfekt machen. Eine E-Werk-Stiftung wurde bereits dafür gegründet.
Fast wäre aus dem Traum nichts geworden. „Wir wollten schon aufgeben“, gibt Integral-Geschäftsführer Frank Krah unumwunden zu. Doch mit der Green Heritage Wasserkraft GmbH haben die Cottbuser nach eigenem Bekunden die richtigen Partner gefunden, um die Turbinen wieder anzuwerfen.

Green Heritage heißt auf Deutsch grünes Erbe. Genau darum geht es dem Unternehmen, wie Geschäftsführer Tobias Sachtleben betont. „Wir sind auf die Genehmigung von Kleinwasserkraftanlagen spezialisiert“, erklärt er. „Dabei ist es unsere Philosophie, ökologische und technische Belange gleichwertig zu behandeln.“

Die E-Werk-Stiftung haben beide Partner vor zwei Wochen gegründet. In deren Satzung ist nicht nur der Denkmalschutz verankert, sondern auch ihr großes Ziel, die Energieeffizienz in der Stadt und der Energieregion Lausitz zu stärken. Dazu gehört eben auch, das alte Wasserkraftwerk auf der Mühleninsel wiederzubeleben.

Die Stiftung wäre dann der Betreiber der Anlage. Mit moderner, geräuscharmer und ökologischer Technik ausgestattet und einem restaurierten Turbinenraum könnte das Wasserkraftwerk Modellcharakter haben. „Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal für Cottbus mit großer Anziehungskraft“, sagt Krah. Und je nach Größe der Turbinen könnten 100 bis 200 Haushalte mit Cottbuser Strom beliefert werden.

Die Kosten für den Bau der Anlage schätzen die Partner auf rund 1,5 Millionen Euro. „Um das zu finanzieren, wird die Stiftung Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger anbieten, die eine interessante Verzinsung auf das Kapital aufweisen“, erklärt Tobias Sachtleben. Nach optimistischen Schätzungen könnte eine Genehmigung für das neue Wasserkraftwerk im Sommer vorliegen, so Sachtleben. Der Bau würde aber nicht vor dem Jahr 2013 beginnen.

Das E-Werk hat das Cottbuser Ingenieurbüro vor einem Jahr gekauft. Integral baut bereits das frühere Kesselhaus zum neuen Domizil für seine wachsende Mannschaft aus, die derzeit noch am Schlosskirchplatz arbeitet. Das E-Werk bietet genügend Platz, um weiter zu wachsen. Im vorderen Teil des E-Werks sollen in einem zweiten Bauabschnitt Büro- und Wohnräume entstehen.

Herzstück ist und bleibt der Turbinenraum – quasi das Mittelschiff des Baudenkmals – in dem wieder die Maschinen laufen sollen. In einem mehrgeschossiger Einbau würde das neue Zentrum unterkommen. „Das E-Werk soll wieder das werden, was es war“, wünscht sich Integral-Geschäftsfüherer Burkhard Schwiedersky.

Zum Thema

Aus der Geschichte: Das E-Werk wurde von 1901 bis 1903 von der Firma Siemens & Halske errichtet. Es lieferte den nötigen Strom für die Straßenbahn. Am 27. April 1903 wurde zum ersten Mal vom E-Werk Strom in das Leitungsnetz der Bahn eingespeist. Am 18. Juli 1903 ging die Straßenbahn um 11 Uhr regulär auf der zwei Kilometer langen Strecke zwischen Staatsbahnhof und Oberkirche in Betrieb. Die zwei Turbinen des E-Werkes liefern bis zum Jahr 1968. Nach der Wende wurde aus dem E-Werk für kurze Zeit eine Großraum-Disko. Der Versuch, das Gebäude als kulturellen Veranstaltungsort zu etablieren, scheiterte.
06.09.11
In Cottbus entsteht innovative Architektur
Der Neubau des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) in Cottbus war für die Architekten des Büros Hampel, Kotzur und Kollegen ein Glücksfall. Bei dem Projekt bekamen sie die Chance, ein öffentliches Gebäude nach Maßstäben der Nachhaltigkeit zu planen. Mitte des Monats wird das innovative Bauwerk seiner Nutzung übergeben.

Die moderne Fassade aus Sichtbeton und Stahlplatten verweist auf den Nutzer des Gebäudes: das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe. Foto: Hampel, Kotzur & Kollegen
„Wir predigen seit Jahren die Nachhaltigkeit. Bei diesem Projekt hatten wir zum ersten Mal die Chance, die Prinzipien der Nachhaltigkeit konsequent umzusetzen“, sagt der für das Projekt verantwortliche Architekt Tobias Keßler.

Sein Kollege Martin Tiede erklärt was unter Nachhaltigkeit im Bauwesen zu verstehen ist: „Beim Stichwort Nachhaltigkeit wird oft nur an den ökologischen Aspekt gedacht. Beim nachhaltigen Bauen werden aber auch die ökonomischen sowie die soziokulturellen und sozialen Qualitäten eines Gebäudes betrachtet und zwar über die gesamte Lebenszeit des Bauwerks.“ Bei der ganzheitlichen Planung werden die Rohstoffgewinnung, die Herstellung der Baustoffe, die Errichtung, die Nutzung inklusive Instandhaltung und Modernisierung, der Rückbau sowie die Verwertung beziehungsweise Entsorgung der verwendeten Baustoffe mit in die Kalkulation einbezogen.

All diese Gesichtspunkte haben auch bei der Konzeption des LBGR-Neubaus in der Inselstraße eine Rolle gespielt, wo es galt, am Standort eines ehemaligen Nebengebäudes mit Lagern und Garagen ein Gebäude zu schaffen, das Büros, Präparationsräume und das Archiv des Amtes aufnehmen soll. Bereits in der Vorplanung, mit der 2008 begonnen wurde, seien drei unterschiedliche energetische Konzepte entwickelt und verglichen worden. Tobias Keßler erklärt: „Wir haben den damals üblichen Standard angesetzt, später auch die Vorgaben der 2009 eingeführten Energieeinsparverordnung und außerdem den Passivhaus-Standard. Alle drei Konzepte haben wir an zwei unterschiedlichen Raumgestaltungsvarianten durchgearbeitet und in einem Wirtschaftlichkeitsvergleich gegeneinander abgewogen, sodass der Bauherr zwischen sechs Varianten wählen konnte.“

Offenes Raumkonzept


Keine Mauern, sondern variable Wände trennen die Büros voneinander. Foto: Hampel, Kotzur & Kollegen
Gebaut wurde zur Freude der Architekten ein Gebäude mit einem sehr offenen Raumkonzept, das die Kriterien eines Passivhauses erfüllt. „Das bedeutet, dass unter anderem die Energie aller ohnehin vorhandenen Wärmequellen im Gebäude verbleibt, sodass der zusätzliche Energiebedarf des Bauwerks ausgesprochen gering ist. Das neue Gebäude des LBGR hat dennoch eine Heizungsanlage. Auf dem Grundstück besteht eine Anschlusspflicht an das Fernwärmenetz“, sagt Tobias Keßler. Zusätzlich werde Strom für Licht, die Kommunikationsmittel und die Steuerung der Gebäudetechnik benötigt. „Die Lampen leuchten aber nur so stark wie es angesichts der gegebenen Belichtungsverhältnisse erforderlich ist. Damit möglichst wenig Energie verloren geht, muss die Gebäudehülle dicht und sehr gut gedämmt sein. In den Neubau wurden Fenster mit Vierfachverglasung eingebaut. Und die Be- und Entlüftung wird mittels einer Lüftungsanlage exakt kontrolliert. Insgesamt können so die Betriebskosten sehr gering gehalten werden“, erklärt Tobias Keßler.

Auch beim Zuschnitt des Gebäudes wurden die Maßstäbe der Nachhaltigkeit angelegt. So wurden keine abgeschlossenen Einzelbüros gebaut, sondern Räume, die fließend ineinander übergehen und durch verschiebbare Zwischenwände der aktuellen Nutzung angepasst werden können. Darüber hinaus können Verkehrsflächen gleichzeitig als Bürofläche genutzt werden. „Das Konzept des fließenden Raumes hat den Vorteil, dass ein eventueller Nachnutzer des Gebäudes nicht an die Raumstruktur des LBGR gebunden wäre“, betont der Planer. Auch dahinter stehe der Gedanke der Nachhaltigkeit.

Martin Tiede ergänzt: „Durch den flexiblen Grundriss konnten darüber hinaus 20 Prozent Fläche eingespart werden. Dadurch wurden nicht nur Baukosten gespart, sondern auf die Lebensdauer des Gebäudes hochgerechnet auch Heizungs-, Reinigungs- und Unterhaltungskosten. Der Bauherr hat das durch das geringere Bauvolumen eingesparte Geld in hochwertige Gebäudetechnik investiert, was sich auf lange Sicht auszahlen wird. Denn aus ökonomischer Sicht muss man im Blick behalten, dass auf die Planung und den Bau eines Gebäudes nur etwa 20 Prozent der Gesamtkosten entfallen, die Baufolgekosten aber 80 Prozent ausmachen.“

Recycelbares Baumaterial

Dass der Architekt bei der Gestaltung der Fassade und der Innenräume auf Sichtbeton gesetzt hat, dessen Struktur in Anlehnung an die Nutzung des Gebäudes an Gesteinschichten erinnert, hat nicht nur ästhetische Gründe. „Das Material hat kaum Pflegebedarf, ist enorm haltbar und kann gut recycelt werden“, sagt Tobias Keßler. Für die Fußböden sei umweltfreundliches Linoleum verwendet worden, das auf Leinölbasis hergestellt wird.

Die sozialen und soziokulturellen Aspekte der Nachhaltigkeit hatten die Planer bei der Konzeption der Büros im Blick. „Das Licht, das Raumklima und die hygienischen Bedingungen müssen stimmen. Jeder Mitarbeiter kann sich die Bedingungen an seinem Arbeitsplatz weitgehend individuell gestalten, bis hin zur Helligkeit der Beleuchtung. Warme Farbtöne sorgen für Behaglichkeit. Das wird positive Auswirkungen auf die Arbeitsatmosphäre und die Produktivität haben“, erhofft sich Tobias Keßler.

Eine weitere Hoffnung teilt er mit seinem Kollegen Martin Tiede. Die beiden Architekten könnten sich so etwas wie ein Kompetenzzentrum in Cottbus vorstellen. „Wenn der Neubau des LBGR als Passivhaus zertifiziert wird, ist es das erste öffentliche Gebäude dieser Art in ganz Brandenburg. Gebäuden wie die Universitätsbibliothek und der LBGR-Neubau könnten als Initialzündung weitere innovative Bauprojekte in die Stadt ziehen“, sagt Tobias Keßler.

Projekt: Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe LBGR

03.09.11
Frischer Asphalt für Kreuzung vor der Spreegalerie
Nördlich der Großbaustelle Bahnhofstraße wird ab der kommenden Woche der erste Asphalt aufgebracht. Darüber informiert die Stadtverwaltung.
Demnach ist der Ausbau der Kreuzung Berliner Straße / Karl-Marx-Straße vorgezogen worden.

Veränderungen bei der Verkehrsführung über die Baustelle soll es nicht geben. Die Ausfahrt aus der Tiefgarage des Einkaufscenters auf die Berliner Straße kann weiterhin genutzt werden. Zudem beginnen ab Montag die Bauarbeiten an den Geh- und Radwegen entlang der Kreuzung. Das soll etwa acht Wochen in Anspruch nehmen.

Die Kreuzung wird im Zuge der Umgestaltung der Bahnhofsstraße angepasst. Die Bahnhofstraße soll in diesem Jahr auf der Ostseite fertiggestellt werden. Im kommenden Jahr wechselt die Baustelle auf die Westseite. Neben einer kompletten Straßensanierung werden auch die Gleise der Straßenbahn erneuert. Zudem nutzt die Lausitzer Wassergesellschaft LWG die aufgerissene Straße, um ihre Leitungen zu erneuern. Außerdem werden Fernwärmeanschlüsse verlegt.

Die Straße wird mit dem Umbau völlig neu sortiert. So werden die Schienen von der Mitte an die Seiten verlagert. Die Straßenbahn wird sich dann eine Fahrspur mit den Autos teilen. Künftig wird das Linksabbiegen möglich, es darf aber nur noch mit Tempo 30 gefahren werden. Neben dem verbreiterten Gehweg wird ein separater Radweg angelegt.

Der Umbau der Bahnhofstraße ist das größte Bauprojekt seit Jahren in Cottbus und soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 8,4 Millionen Euro, wovon mehr als die Hälfte über Fördermittel finanziert werden.
02.09.11
Sielower Turnhallen-Umbau hat begonnen
Lange mussten Lehrer und Schüler warten. Nun aber tut sich etwas in der Turnhalle der Sielower Grundschule.

Die außen liegende Entwässerung gehört bald der Vergangenheit an. Hausmeister Möller kann die Ablaufrinnen abbauen.
Mit der Demontage des Elektronetzes in den Umkleideräumen starteten jetzt die Bauarbeiten. „Es ist endlich begonnen worden“, zeigte sich Schulleiterin Irena Götze erleichtert. Zwar weiß sie, dass der Sportunterricht in der nächsten Zeit unter erschwerten Bedingungen stattfindet, denn auch die Toiletten der Turnhalle sollen herausgerissen werden. Doch es gibt Ersatzlösungen. „Die Kinder werden sich in zwei Räumen unseres Schulhauses umziehen und dort auch die WCs benutzen“, so die Schulleiterin. Sie sieht auch dem nächsten Bauvorhaben erwartungsvoll entgegen. Die Entwässerungen von Haus 2, der Turnhalle und des Speiseraumes werden noch 2011 in einen gesonderten Sammler abgeleitet, womit der Schulhof ein gutes Stück trockener wird. Ein weiterer Vorteil des zentralen Abwasser-Anschlusses ist, dass die Güllefahrzeuge den Untergrund des Schulhofes nicht mehr belasten. „Auch das war ein Grund, weshalb sich auf dem Hof schon nach mittleren Regenfällen große Seenlandschaften gebildet haben“, so Hausmeister Norbert Möller. Im ersten Bauabschnitt sollen noch in diesem Jahr die Außenanlage an der Cottbuser Straße entstehen und die Fahrradständer gebaut werden. Der Umbau des Hofes ist für 2012 und 2013 geplant.

Projekt: Schule Sielow, Cottbus

21.06.11
Autos rücken auf der Bahnhofsbrücke in Cottbus zusammen
Auf der Bahnhofsbrücke wird es eng. Seit dem gestrigen Montag ist die Westseite der Brücke für den Verkehr gesperrt.
Fahrzeuge, die die Brücke in Richtung Süden überqueren wollen, können dies weiter tun. Sie werden allerdings auf die Ostseite der Bahnhofsbrücke umgeleitet. Der Verkehr in beide Fahrtrichtungen kann deshalb nur noch einspurig geführt werden.


Nur einspurig fließt der Verkehr über die Bahnhofsbrücke.
Laut Stadtverwaltung soll die Verkehrsführung bis zum Januar 2012 so bleiben. Geplant ist, dass dann mit den Bauarbeiten an der Ostseite begonnen wird. Der Verkehr werde dafür über die fertiggestellte Westseite geleitet, informiert Marion Adam vom zuständigen Baufachbereich.

Bis zum Oktober 2012 sollen die Umbauarbeiten an der Brücke ebenso wie die an der Bahnhofstraße abgeschlossen sein.

An dem Brückenbauwerk müssen nach Angaben der Verwaltung die Dichtung, die Fahrbahnübergänge, die Entwässerungsanlagen und die Geländer saniert werden. Außerdem werden die Beläge von Fahrbahn, Radweg und Bürgersteig erneuert.

Mit insgesamt rund vier Millionen Euro werden die Kosten für den Umbau der Bahnhofsbrücke voraussichtlich zu Buche schlagen. Ein Viertel dieser Summe muss die Stadt Cottbus aus eigener Kasse aufbringen. Die verbleibenden drei Millionen Euro können über Zuschüsse aus Förderprogrammen abgedeckt werden.
19.05.11
Längste Baustelle von Cottbus wird erweitert
Auf der längsten Baustelle der Stadt geht es in die Tiefe: Fernwärme und Wasserleitungen werden verlegt. Nach zehn Wochen liegen die Arbeiten im Plan. In wenigen Tagen wird das Baufeld erweitert. Dann beginnt die Sanierung der Bahnhofsbrücke.

Bagger an Bagger: Die Bauarbeiten in der Bahnhofstraße hier kurz vor der Kreuzung mit der Berliner Straße.
Mittlerweile hat die Bahnhofstraße auf ihrer Länge von 810 Metern zwischen Wilhelm-Külz-Straße und Berliner Straße nur noch eine Fahrbahn. Selbst der angrenzenden Karl-Marx-Straße ist vor der Spree-Galerie der Asphalt abgefräst worden. Hier wird demnächst die Kreuzung neu hergerichtet, das schließt die Mittelinsel ein.

Die Stadtwerke haben bereits mehrere Häuser an das Fernwärmenetz angeschlossen, weitere folgen. Die Trasse zieht sich bereits bis in den südlichen Teil der Baustelle. Parallel dazu hat die Lausitzer Wassergesellschaft (LWG) damit begonnen, Trink- und Abwasserleitungen zu verlegen, teilweise werden Hausanschlüsse erneuert. Mitten in dem Gewusel kartografiert eine Vermessungsfirma bereits neu verlegte Rohre.

Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten an der Westseite der Bahnhofstraße abgeschlossen sein. Die Fahrbahn bekommt nicht nur glatten Asphalt, auch die Straßenbahnschienen werden erneuert, es werden neue Haltestellen errichtet. Zudem wird der Rad- und Gehweg wesentlich breiter als bislang.

Im nächsten Jahr wechselt die Baustelle auf die Ostseite der Bahnhofstraße. Hier folgt dasselbe Prozedere. Bis Ende 2012 – so der Plan – werden dann rund 8,7 Millionen Euro verbaut sein. Fünf Millionen Euro werden vom Land beigesteuert.

Der Verkehr kommt durch die einstige vierspurige Straße nur noch mit Tempo 30 in Richtung Innenstadt auf einer Fahrspur voran. Entgegen vorheriger Unkenrufe ist Cottbus deshalb nicht im Stau erstickt. Allerdings wird ab Juni ein weiteres Baufeld aufgemacht: Dann beginnt die rund viereinhalb Millionen teure Sanierung der Bahnhofsbrücke. Dabei wird zunächst die Westseite in Angriff genommen. Der Verkehr könne jedoch in beide Richtungen die Brücke passieren, versichert die Stadt. Eine Fahrspur wird über die Gleistrasse geführt. Die Reparatur der Brücke soll wie der Umbau der Bahnhofstraße bis Ende 2012 dauern.


Die frisch verlegte Fernwärmetrasse in der Bahnhofstraße. Nur auf einer Spur quälen sich die Autos durch die Baustelle.
Hintergrund

Mit dem Umbau der Bahnhofstraße soll der Verkehr auf der einstigen Nord-Süd-Trasse um 40 Prozent reduziert werden. Früher passierten täglich rund 28 000 Fahrzeuge die Straße.
17.05.11
Cottbuser E-Werk soll künftig wieder Strom liefern
45 Jahre nach seiner Stilllegung soll das E-Werk wieder Strom liefern. Das Cottbuser Ingenieurbüro Integral will aus dem seit Jahren leer stehenden Baudenkmal wieder ein Vorzeige-Objekt machen.

Das E-Werk ist das letzte unsanierte Gebäude der Mühleninsel.
Läuft alles nach Plan, gehen in zwei Jahren die beiden Turbinen des E-Werkes wieder in Betrieb – moderne Versionen der alten Maschinen selbstverständlich. Und das nicht nur zur Show. Sie sollen tatsächlich Strom liefern, erklärt Geschäftsführer Frank Krah. Damit könnte aus dem mehr als 100 Jahre alten Baudenkmal ein Plus-Energie-Haus werden. Das ist der neueste Schrei in der Architektur, produziert ein solches Haus doch mehr Energie, als seine Bewohner verbrauchen. „Wir wollen zeigen, dass das eben nicht nur mit einem Neubau möglich ist“, erklärt der Ingenieur.

Doch noch steht nicht fest, ob dieser Plan aufgehen wird. Denn für den Betrieb der Turbinen sind noch einige Genehmigungen einzuholen. Insbesondere Naturschutzaspekte sind dabei zu beachten, da für den Betrieb ein höherer Wasserdurchlauf im Mühlgraben nötig ist.

Unabhängig davon soll demnächst mit dem Bau begonnen werden. Zuerst wird das frühere Kesselhaus saniert. Dort will das Ingenieurbüro mit seinen 18 Mitarbeitern einziehen, das bislang seinen Hauptsitz am Schlosskirchplatz hat. Das Gebäude bietet genügend Platz, um weiter zu wachsen. Im vorderen Teil des E-Werks sollen in einem zweiten Bauabschnitt Büro- und Wohnräume entstehen. Dabei bleibt das Gesicht des Gebäudes erhalten. „Wir arbeiten gut mit dem Denkmalschutz und der Stadt zusammen“, lobt Frank Krah.

Herzstück der Sanierung wird das Turbinenhaus. Es ist quasi das Mittelschiff des E-Werks. Hier sind bereits sämtliche Einbauten verschwunden. „Wir werden die alte Innenraumansicht des Saals wiederherstellen inklusive der alten Kranbahn“, erklärt Geschäftsführer Burkhard Schwiedersky. So bleibt der Charakter des Turbinenhauses erhalten. Das freut nicht nur die Denkmalschützer, sondern bietet einen perfekten Rahmen für das Zentrum für rationelle Energieanwendung, das die beiden Geschäftsführer für das Turbinenhaus planen. Dort wollen sie zeigen, was heutzutage an moderner Energie-Nutzung alles möglich ist. „Das soll alles erfühlbar und erlebbar sein“, sagt Krah. Aus seiner Sicht eine perfekte Kombination mit dem Schauwerk, das für Besucher offen stehen soll. „Das wäre ein Tagungsort, wie es ihn in der Region bislang nicht gibt“, erklärt Schwiedersky.
09.03.11
Staufrei in die Cottbuser Baustellen-Jahre
Das befürchtete Verkehrschaos ist den Cottbusern am Dienstag erspart geblieben. Dabei ist die Bahnhofstraße von einer vierspurigen Hauptverkehrsader zu einer einspurigen Baustellen-Durchfahrt degradiert worden.

Baustart: Am Dienstag ging es auf der Hauptverkehrsstraße schleppend voran. Der Mega-Stau blieb aus.
Zwischen 16 und 17 Uhr geht es an einigen Knotenpunkten nur schleichend voran. Doch das sind leidgeprüfte Autofahrer in Cottbus gewohnt. Selbst im Berufsverkehr entwickeln sich keine Mega-Staus. Auch die parallel zur Bahnhofstraße verlaufende Straße der Jugend lässt sich im üblichen Tempo passieren.

Dafür können die Autofahrer, die unbedingt die Bahnhofstraße durchfahren müssen, schon einmal üben, wie sich Tempo 30 auf der einstigen Hauptverkehrsader anfühlt. Schneller geht es einspurig in Richtung Innenstadt nicht voran. Auf der Straße sind bereits die Oberleitungen der Straßenbahn verschoben oder ganz abgenommen worden. An der Kreuzung Berliner Straße heben Bagger das alte Gleisbett aus.


Am Dienstag erfolgte der Start zum Umbau der Cottbuser Bahnhofstrasse.
Offenbar schlucken der Mittlere Ring und der Nordring einen Großteil des Durchgangsverkehrs - genauso wie es sich die Stadtverwaltung ausgerechnet hat. Bereits vor dem Lagune-Bad aus Richtung Norden weist ein entsprechendes Schild auf die Umleitungen hin. Allerdings lassen sich nicht alle Fahrzeuge auf die empfohlenen Umfahrungen ein, sondern mogeln sich lieber durch Anliegerstraßen. Das spüren etwa die Anwohner der Schillerstraße. "Wir haben von dort bereits Dienstag früh Bürgerhinweise bekommen", sagt Marion Adam, Fachbereichsleiterin Grün- und Verkehrsflächen. Deshalb erwäge die Stadt nun gemeinsam mit der Verkehrsbehörde, dort ebenfalls Tempo 30 einzuführen. Zudem hätten Verkehrsexperten des Rathauses geprüft, ob die Ampelphasen trotz Baustelle und Umleitungen funktionieren. "Hier wird es eventuell Anpassungen geben", so Marion Adam. Das müssten die kommenden Tage zeigen. Das Rathaus weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass extra ein Baustellenbüro im Technischen Rathaus eingerichtet wurde. Dort könnten Cottbuser direkt mit ihren Problemen, Anliegen oder Hinweisen vorsprechen. "Die direkte Kommunikation ist wichtig", sagt Rathaussprecher Wieland Eschenburg. Noch ist die Bahnhofstraße nicht auf der gesamten Länge dicht. Erst Anfang Mai wird sie komplett zwischen Külz- und Berliner Straße von Norden aus gesperrt. Das wird ein erneuter Test, ob die Umleitungen so staufrei wie am ersten Baustellentag funktionieren werden. Der Umbau der Bahnhofstraße soll insgesamt zwei Jahre dauern.
11.03.11
Baustellen-Chaos in Cottbus bleibt bislang aus
Das befürchtete Baustellen-Chaos in der Cottbuser Innenstadt ist bislang ausgeblieben, doch noch hat der Berufsverkehr nicht eingesetzt. Am Dienstag ist die Bahnhofstraße aus Richtung Norden aufgrund von Bauarbeiten gesperrt worden.

Die Umleitungen während der ersten Bauphase der Cottbuser Bahnhofstraße
Die Baustelle muss weiträumig umfahren werden. Die Stadtverwaltung will den Durchgangsverkehr insbesondere über den Mittleren Ring leiten, um so Staus auf den Anliegerstraßen zu vermeiden. Bislang fließt der Verkehr auch auf den großen Parallelstraßen gut. Die Bahnhofstraße wird in den kommenden zwei Jahren komplett umgebaut. Dabei wird aus der vierspurigen Hauptverkehrsader durch die Stadt eine zweispurige Anliegerstraße mit Tempolimit 30, durch die auch die Straßenbahn fährt.
09.03.11
Cottbus bekommt Millionen für Bahnhofsbrücke
Bis zum Herbst 2012 wird die Bahnhofsbrücke in Cottbus komplett erneuert. Darüber informiert Marion Adam, Fachbereichsleiterin Grün- und Verkehrsflächen.
Für das Bauvorhaben hat die Stadt vom Land Brandenburg einen Fördermittelbescheid in Höhe von 3,15 Millionen Euro erhalten, was 75 Prozent der Baukosten entspricht. Die Sanierung wird insgesamt 4,4 Millionen Euro kosten. Bleiben 1,25 Millionen Euro, die die Stadt übernehmen muss.

Die Reparatur der Brücke ist dringend notwendig. Vor zwei Jahren war bei einer Prüfung festgestellt worden, dass die allgemein als Betonkrebs bekannte Alkali-Kieselsäure-Reaktion an Fundamenten, Stützreihen und Widerlagern erhebliche Schäden verursacht hat. Zudem rostet die mächtige Stahlkonstruktion an vielen Stellen. Auch die Fahrbahn, Rad- und Fußwege, Geländer und die Entwässerung müssen erneuert werden.

Nach Angaben von Marion Adam soll mit der Reparatur im Juni begonnen werden. "Dafür wird zunächst die Westseite gesperrt", erklärt sie. In dem Zuge würden auch Teile der Straßenbahnanlagen in Angriff genommen. Im Frühjahr wird die Ostseite folgen. Im Herbst 2012 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, genauso wie der Umbau der sich anschließenden Bahnhofstraße.

Die 140 Meter lange Bahnhofsbrücke war zwischen den Jahren 1986 und 1991 errichtet worden.
[ 1 | 2 | 3 | 4 | 5 ]